25.03.2025 von Meiky
Galicien:
Ein touristisches Highlight bei Ribadeo ist die „Playa de las Catedrales“: eine spektakuläre Küstenformation. Nur bei Ebbe ist es möglich, durch die 30 Meter hohen Pfeiler, Felsnadeln, Höhlen und Bögen zu laufen. Bei uns war die See sehr stürmisch, sodass wir auch bei Niedrigwasser nicht alles begehen konnten. Im Sommer kann man durch die zahlreichen Felsbögen mit dem Kajak fahren. Möchte man sie bei Ebbe zu Fuß besichtigen, muss man sich vorab kostenlos einen Timeslot buchen.
11.03.2025 von Meiky
Rioja und Baskenland:
Das Weinanbaugebiet Rioja ist im Winter weniger spektakulär, wenn nicht sogar trist und langweilig. Fast alle Restaurants und Weingüter sind geschlossen. Bei dem Weingut und Hotel Marques de Riscal merkte man anhand der typischen Architektur von Frank Gehry, dass man sich Bilbao nähert.
Im Baskenland stolperten wir vor allem in kleineren Dörfern über eine noch nie gehörte Sprache mit sehr fremder Sprachmelodie. Baskisch, da versteht man nämlich nichts.
25.02.2025 von Meiky
Unsere erste Amtshandlung in Spanien war es, wieder in die Berge zu fahren. Durch alte Korkbaumwälder hindurch, suchten wir uns einen Platz, der zahlreichen Ansprüchen gerecht werden musste. Da Micha vier Tage lang arbeiten musste, brauchten wir stabiles Internet, Sonne und am besten sollte der Platz auch noch ungestört sein und mit einer schönen Aussicht.
Ich wollte dort parallel für eine mögliche Langzeitreise recherchieren. Unsere Wunschdestination ist derzeit Südostasien.
Dezember 2017 von Meiky
Wir entschlossen uns bei unserer ein wöchigen Kanarenreise im März 2017 zwei Inseln zu erkunden und entschieden uns für Teneriffa uns Gomera. Dabei muss man beim Buchen des Mietwagens aber darauf achten, dass man mit dem Fahrzeug auf die jeweilige andere Insel übersetzen darf und dort ebenfalls Versicherungsschutz besteht.
Die Kanaren waren nicht ganz so unser Ding, selbst im März waren für unseren Geschmack zu viele Touris vor Ort - vor allem auf Teneriffa. Wir mögen es doch lieber ruhiger und abgeschiedener.
Spanien - vom Norden Richtung Heimat
25.03.2025 von Meiky
Galicien:
Ein touristisches Highlight bei Ribadeo ist die „Playa de las Catedrales“: eine spektakuläre Küstenformation. Nur bei Ebbe ist es möglich, durch die 30 Meter hohen Pfeiler, Felsnadeln, Höhlen und Bögen zu laufen. Bei uns war die See sehr stürmisch, sodass wir auch bei Niedrigwasser nicht alles begehen konnten. Im Sommer kann man durch die zahlreichen Felsbögen mit dem Kajak fahren. Möchte man sie bei Ebbe zu Fuß besichtigen, muss man sich vorab kostenlos einen Timeslot buchen.
Las Médulas:
Wir verließen die Küste wieder, um ins Landesinnere zu gelangen und besuchten dort die wichtigste Goldmine des Römischen Reiches, die Kulturlandschaft der „Las Médulas“. Die außergewöhnliche Landschaft hat keinen natürlichen Ursprung. Sie entstand durch die damalige römische Bergbautechnik „ruina montium“, der Zerstörung von Bergen. Die Bergleute durchlöcherten den Berg mit langen schmalen Hohlräumen und Stollen und das auf mehreren Ebenen. Dann wurden die Hohlräume geflutet. Durch den starken Druck brachen diese weiter auf, bis ein ganzer Hügel abgetragen wurde. Im Laufe der Zeit entdecken die Römer auf diese Weise immer mehr die Kraft des Wassers. Anstatt die Stollen langsam zu befüllen, bauten sie riesige Wasserbecken und Schleusen und leiteten das Wasser mit hoher Geschwindigkeit durch die Stollen hindurch in die Hohlräume. Das nicht komprimierbare Wasser wurde am Ende des Stollens so stark abgebremst, dass der Stoßdruck derart hoch wurde, dass der ohnehin schon durch die Höhlen und Tunnel geschwächte Berg vollständig kollabierte. So entstand das einzigartige Landschaftsbild „Las Médulas“. Für die benötigten Wassermassen errichteten die Römer ein 100 Kilometer langes Kanalsystem. Teile davon, wie der Kanal von „Llamas de Cabrera“, sind heute noch gut erkennbar.
Circo de los Muchachos:
Auf unserem Weg durch Galicien machten wir einen kleinen Abstecher zu einer verlassenen Zirkusschule. Die „La Ciudad de los Muchachos“ war 1963 ein von Padre Silva errichtetes, modernes Erziehungsprojekt für Waisenkinder und junge Menschen. Silva schuf eine kleine Stadt für Kinder aus aller Welt, ohne Unterschiede zwischen Geschlecht, Ethnie oder Religion zu machen. Die Kinder und Jugendlichen verwalteten sich selbst mit eigenen Gesetzen. Sie bauten einen Zirkus als wirtschaftliche Grundlage, den „Circo de los Muchachos“ und hatten schon bald Vorstellungen in ganz Spanien. So wurde der Zirkus zur Berühmtheit. Vorstellungen gab es später sogar in Paris, New York und Tokio. Das Ende der spanischen Diktatur und eine Misswirtschaft setzten dem Zirkus und der Ciudad de los Muchachos jedoch ein Ende. Die Schule wurde schließlich 2003 geschlossen und Silva wurde der Veruntreuung beschuldigt, was zu seinem Tod führte. Im Jahr 2011 wurde das Projekt ganz aufgegeben. Heute stehen in der kleinen Stadt nur noch das Trainingszelt und die verlassenen Häuser, die nun ohne Kinder sind. Seit November 2024 gibt es über die Geschichte „Ciudad de los Muchachos“ eine Dokumentation bei AmazonPrime.
Santiago de Compostela:
Den Jakobsweg hatten wir inzwischen oft gekreuzt und erreichten somit auch irgendwann seinen Endpunkt Santiago de Compostela. Mein Großvater war vor vielen Jahren monatelang auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela unterwegs. Micha und ich haben allerdings die bequemere Variante dorthin gewählt.
Täglich um 12:00 Uhr beginnt in der Kirche vom Santiago die heilige Messe für alle Pilger. Die wollten wir natürlich nicht verpassen. So richtige Pilger waren wir zwar nicht, aber ein bisschen zählten wir uns trotzdem dazu. Schließlich haben wir den langen Weg auch geschafft – wenn auch mit dem Auto. Der Ort war auch unser letztes Ziel in Galicien. Noch am selben Tag machten wir uns auf den Weg nach Portugal.
Die Heimreise:
Die Tagesetappen wurden länger, die besichtigten Sehenswürdigkeiten weniger, die Heimreise begann. In Portugal hatten wir unseren östlichsten Punkt erreicht und es ging zurück nach Spanien.
Die Region südlich von Toledo ist bekannt für ihre Vielzahl an Windmühlen. Die elf Windmühlen von Consuegra aus dem 16. Jahrhundert heißt es, dienten als Vorlage für den Kampf des Ritters Don Quijote mit den Windmühlen. Aber auch andere Windmühlen in dieser Region sind sehenswert und ergeben schöne Fotomotive.
Der von uns eher zufällig angesteuerte Nationalpark „Parque Natural Serranía de Cuenca“ hat uns ziemlich beeindruckt. Auf einer Höhe von etwa 1000 bis 1400 Meter war es im Winter mit 8 Grad unter dem Gefrierpunkt zwar kalt, dafür wunderschön und menschenleer. Wir kreuzten den Park von West nach Ost - immer entlang einer 200 Meter tiefen, senkrechten Abbruchkante. Wir legten viele Fotostopps ein und brauchten für die 25 Kilometer fast einen ganzen Tag.
Belchite:
Und auch ein weiterer verlassener Ort stand für uns noch auf dem Programm: Der Ort Belchite. Er war im spanischen Bürgerkrieg 1937 Schauplatz der gleichnamigen Schlacht und wurde fast vollständig zerstört. Die Ruinen der zerstörten Stadt wurden als Erinnerung an die Schrecken des Krieges erhalten. Sie dienten als Drehorte für die Filme „Pans Labyrinth“ und „Die Abenteuer des Baron Münchhausen“.
Das Gebiet „Rambla de Barrachina“ ist eines der besten Beispiele, dass Regen und Wind das rötliche Gestein der Gegend zu erstaunlichen Naturskulpturen erodiert haben. Vor allem in der Dämmerung leuchtet die natürliche Pracht mit einer Vielfalt an Farben.
Einen letzten Stopp im Land legten wir am Mittelmeer nahe Llorret de Mar ein. Bei Sonnenschein und herrlicher Aussicht entspannten wir die letzten drei Tage in Spanien. Danach ging es schnell. Innerhalb von drei Tagen waren wir wieder in unserer neuen Wahlheimat, dem Bayerischen Wald. Auf der letzten Etappe besuchten wir in der Schweiz Yvonne und Guido, die uns den tollen Platz in Spanien vertraten hatten und dann machten wir noch einen kleinen Umweg durch Lichtenstein.
Fazit: Winter in Spanien
Den Winter in Spanien zu verbringen ist bei Campern sehr beliebt. Es gibt wenig Regentage und milde Temperaturen. Das trifft aber nur auf den Süden zu und dann auch nur direkt an der Küstenlinie. Fährt man 50 Kilometer ins Landesinnere, zeigt das Quecksilber schon ganz andere Temperaturen an.
In ganz Spanien kann es im Winter schon sehr kalt sein, vor allem in Castilla la Mancha. Auch der Norden ist deutlich regnerisch. Wer es also warm haben möchte, muss an die Mittelmeerküste. Allerdings gibt es sehr viele Leute, die das warme Klima bevorzugen. Somit drängen sich mittlerweile nicht nur im Sommer an den wenigen kostenfreien Stellplätzen direkt am Meer, Wohnmobil an Wohnmobil. Uns erscheint diese schmerzbefreite Art von Camping fürchterlich. Dazu ist der Süden auch noch sehr dicht bebaut. Es reiht sich Plantage an Gewächshaus an Plantage und drauf haben wir keinen Bock. Unsere Devise lautet: Lieber Scheißwetter als zu viele Menschen oder dicht bebautes Gebiet. Bei unserer Rückreise nahmen wir die Grenze ganz im Süden von Spanien nach Frankreich. Zwischen Figueres und Pollestres war jedes vierte Fahrzeug, das uns entgegenkam, ein Wohnmobil. Das gibt mir schon sehr zu denken.
Spanien - der Norden von Ost nach West
11.03.2025 von Meiky
Rioja und Baskenland:
Das Weinanbaugebiet Rioja ist im Winter weniger spektakulär, wenn nicht sogar trist und langweilig. Fast alle Restaurants und Weingüter sind geschlossen. Bei dem Weingut und Hotel Marques de Riscal merkte man anhand der typischen Architektur von Frank Gehry, dass man sich Bilbao nähert.
Im Baskenland stolperten wir vor allem in kleineren Dörfern über eine noch nie gehörte Sprache mit sehr fremder Sprachmelodie. Baskisch, da versteht man nämlich nichts. Der Ursprung der Sprache ist noch immer ein Geheimnis. Bei Baskisch handelt es sich um eine isolierte Sprache und sie ist möglicherweise die älteste Sprache Europas. Sie wird noch von rund 900.000 Personen gesprochen. Anders verhält es sich zum Beispiel mit katalanisch - ebenfalls eine eigene Sprache, aber römischer Abstammung. Somit kann jemand, der Spanisch spricht, einiges verstehen und ableiten.
Jedes Dorf und sei es noch so klein, verfügt über einen Frontón, einen Platz mit Rückschlagwand für das Spiel Pelota. Die traditionelle Spielweise im Baskenland erinnert an Squash, nur ohne Schläger. Eine sehr ähnliche Variante „Jai Alai“ wird im Bud-Spencer und Terence-Hill-Film „Zwei sind nicht zu bremsen“ gezeigt.
Kantabrien
An der Atlantikküste angekommen, nahmen wir das erste Mal eine Schwebefähre als Verkehrsmittel. Die Puente de Vizcaya, die im Jahre 1893 errichtet wurde, verbindet schwebend über den Fluss Nervión die Ortschaften Portugaleta und Getxo. Wir sahen die verblüffende Ingenieurskunst erstmals und Recherchen ergaben, dass dies aber keine Seltenheit ist.
Das Guggenheim Museum in Bilbao ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und wurde vom Designer und Architekten Frank Gehry entworfen. Sein Stil ist unverkennbar, so dass man schon fast den Eindruck bekommt, dass er ein und dasselbe Konzept an mehrere Auftraggeber verkauft, siehe Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.
Direkt am Meer besichtigten wir noch Gaztelugatxe, auch bekannt als Drehort von Games of Thrones, aber in sehr abgewandter Form. Auf dem höchsten Punkt der Insel steht das ehemalige Kloster San Juan de Gaztelugatxe. Damals wie heute muss man eine 200 Meter lange, dammartige Steinbrücke überqueren und 237 Stufen einer in den Felsen gehauenen Treppe hinaufsteigen. Um aber zur Brücke am Meer zu gelangen, muss man mindestens zusätzlich genauso viele Stufen bergab absolvieren.
Entlang der Kantabrischen Küste passierten wir zwei Eisenbahntunnel, die uns zu einem schönen Stellplatz führten. Ursprünglich wollten wir noch eine Wanderung zu den Ojos del Diablo (Natursteinbögen) machen. Leider regnete es. Also lieber was essen statt wandern. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter zum Fischerort Santoña. Die Wirtschaft basiert dort hauptsächlich auf der Verarbeitung von Fisch und der dazugehörigen Konservenindustrie. Wir besichtigten die Konservenfabrik Emila und bekamen ein Einblick in die Verarbeitung von Anchovis oder auch Sardellen genannt. Hier geschieht alles noch per Hand: vom Fermentieren bis zum Filetieren und Einlegen in die Konservendosen. Wir müssen gestehen, dass wir noch nirgends und das mit großem Abstand, so gute Anchovis gegessen haben. Nicht umsonst wird behauptet, die weltbesten Anchovis kommen aus Santoña. Jedes Restaurant bietet Anchovis aus der Dose in allen Variationen an.
Einen letzten Abstecher in Kantabrien machten wir noch nach Comillas. Die Villa Quijano ist ein bekanntes Bauwerk des katalanischen Architekten Antoni Gaudí, das von 1883 bis 1885 errichtet wurde. Der vermögende Geschäftsmann Don Máximo Díaz de Quijano war Auftraggeber für sein neues Sommerhaus. Zur selben Zeit beschäftigte sich Gaudi auch mit dem Güell Pavillons in Barcelona und somit weisen beide Bauwerke Ähnlichkeiten auf.
Picos de Europa
Bei wechselndem Kaiser- und Regenwetter ging es wieder hoch hinaus in die Berge zum Nationalpark Picos de Europa. Definitiv auch ein Ort, den es zur Hochsaison zu vermeiden gilt. Die Stichstraßen in die Berge zu den Sehenswürdigkeiten und zu den Ausgangpunkten verschiedener Wanderungen sind sehr schmal und die Parkplätze dort haben eine nicht nennenswerte Anzahl. Darum sieht man im Tal riesige Parkflächen. Im Winter, selbst an Wochenenden, ist das Parken kein Problem. Im Sommer sind die Straßen gesperrt und man muss sein Fahrzeug bei diesen Parkplätzen stehen lassen und wird mit einem gebührenpflichtigen Bus den Berg hinauf geshuttlet. Hundebesitzer müssen die Hunde im Laderaum abgeben. Wenn man die Vielzahl der riesigen Parkflächen anschaut, muss im Sommer die Hölle los sein. Wer darauf Bock hat, kann das gerne machen. Nahe des Nationalparks, aber trotzdem noch in den Bergen, blieben wir wieder ein paar Extranächte und feierten Weihnachten. Naja richtig feiern tun wir Weihnachten nicht. Aber wir suchen uns immer unverwechselbare Übernachtungsplätze und kochen uns aufwendige Leckereien.
Asturien
Ich finde Höhlen eigentlich immer interessant. Aber Micha kann ich kaum noch aus der Reserve locken. Wenn sie das Wort „Höhle“ hört, verdreht sie die Augen. Wir haben darum einen Deal: Es werden nur noch Höhlen der Superlative angeschaut. Auf dem Weg zur Küste gibt es nun eine Tropfsteinhöhle, die mit dem Auto befahren werden kann. Nachdem dies einzigartig auf der Welt ist, fällt dies in die Kategorie „Superlative“ und musste besucht werden. Bequem ist es obendrein, wenn man noch nicht einmal austeigen muss. Gesagt, getan: Ab in die 300 Meter lange Höhle La Cuevona bei Ribadesella.
In der schönen Altstadt von Oviedo trafen wir auf der Parkbank wieder auf Mafalda (Comicfigur), wie auch schon 2012 in Buenos Aires. Auch Kirchen findet man im Zentrum von Oviedo, aber nicht nur da, sondern auch etwas Außerhalb, wie etwa die Santa María del Naranco und die San Miguel de Lillo aus dem 9 Jhd. In einem Industriegebiet entdeckten wir zudem eine gut 100 Jahre alte Kirche, umringt von Hallen und Fabriken. Ein in der Nähe befindliches Wohngebiet war nicht zu sehen. Die Kirche wird aber als Gotteshaus nicht mehr genutzt und so wurde dort entschieden, eine „Skatechurch“ entstehen zu lassen. Die Idee finde ich super und interessanter als so manche Kirche. Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige Kirchen gibt, die leer stehen. Aus Kirchen eine Skatehalle zu bauen, wird viele BMXer und Skater freuen, da Kirchen dafür perfekte Voraussetzung bieten. Mit dem variablen Bau von Holzrampen sind der Fantasie und der Umsetzungen keine Grenzen gesetzt. Und sie wird nach der Fertigstellung eine größere tägliche soziale Anziehungskraft haben, als nur am Sonntagvormittag!
Wenn wir schon so viel Zeit am Meer verbringen, wollten wir auch unbedingt in ein gutes Fischrestaurant. In dem kleinen Fischerort Cudillero starteten wir um Punkt 12:00 Uhr unsere Essen auf der sonnigen Terrasse und futterten die Speisekarte mehr oder weniger von oben bis unten. Ich freu mich so sehr, dass die Micha auch immer mehr Meeresgetiere isst, nur von Muscheln konnte ich sie noch nicht überzeugen. Das Restaurant Sidrería-Restaurante El Remo können wir nur empfehlen und natürlich muss dort Sidre mit auf dem Tisch.
Spanien - Geisterdörfer in der Vorpyrenäen
25.02.2025 von Meiky
Unsere erste Amtshandlung in Spanien war es, wieder in die Berge zu fahren. Durch alte Korkbaumwälder hindurch, suchten wir uns einen Platz, der zahlreichen Ansprüchen gerecht werden musste. Da Micha vier Tage lang arbeiten musste, brauchten wir stabiles Internet, Sonne und am besten sollte der Platz auch noch ungestört sein und mit einer schönen Aussicht.
Ich wollte dort parallel für eine mögliche Langzeitreise recherchieren. Unsere Wunschdestination ist derzeit Südostasien. Politisch derzeit auch gut umsetzbar, mit Ausnahme der typischen Einreisemodalitäten, aber das ist ja immer so. Ein großer Vorteil ist momentan, dass man für China ein VOA für 30 Tage bekommt, dafür ist die Einreise nach Thailand komplizierter geworden.
Nachdem die Arbeitstage geschafft waren, blieben wir für zwei weitere Tage in den Vorpyrenäen - ohne viel zu besichtigen, dafür machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Andorra.
Geisterdörfer in den Regionen Katalonien, Aragon und Navarra:
In Spanien gibt es etwa 3000 verlassene Dörfer, bestehend aus etwa vier bis zehn Häusern. Dörfer mit bis zu 50 Häusern sind aber ebenfalls keine Seltenheit. Mittlerweile sind alle Dörfer schon sehr stark zerfallen und die Natur hat sich durch starkes Buschwerk schon viele wieder einverleibt. Die Dörfer wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bau von Talsperren und dessen Folgen verlassen. Die meisten jedoch sind gänzlich in den aufgestauten Tälern versunken. Durch das aufgestaute Wasser wurde in den Tälern fruchtbares Ackerland überflutet und Handelswege unterbrochen. Somit nahm man den Einwohnern, deren Häusern nicht unmittelbar vom Stauwasser betroffen waren, jegliche Existenzgrundlage. Die Modernisierung und Elektrifizierung, die durch die Staudämme erschaffen wurden, taten ihr Übriges dazu. Städte wurden mehr und mehr ans Strom-, Wasser- und das Kanalisierungsnetz angeschlossen. Für viele kleine abgelegene Dörfer in den Bergen oder an Hanglagen war dies nicht wirtschaftlich. Ein mühevolles Leben ohne Strom in den Bergen brachte keine Perspektiven. Die Jugend wanderte ab, da in den Städten mehr Geld zu verdienen war und Schulen mussten schließen. Nur die „Alten“ sind noch geblieben. Aber, nach deren Tod in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind die Dörfer zunehmen verfallen und die Natur holt sie sich zurück.
Zu diesem Thema gibt es einen guten Offroad-Reiseführer: „Nordspanien, Geisterdörfer“ von der Pistenkuh. Der Reiseführer ist gut recherchiert, die Routen einfach erklärt und teils können die Strecken selbst beliebig verkürzt oder verlängert werden. Alle beschriebenen Strecken dürfen legal mit einem Fahrzeug befahren werden. Eigentlich sind wir keine Fans von Offroadtouren in Europa. Auf Langzeitreise fahren wir so viele Offroadstrecken, dass wir hier in Europa unsere Asphaltstraßen sehr schätzen.
Wir vermuten, dass man sich in den Sommermonaten wahrscheinlich viele Strecken mit Radfahrern und Wanderern teilen muss. Dann sind Autos einfach fehl am Platz, und wir würden uns dann sehr unwohl fühlen. Daher empfehlen wir als Reisezeit die Spätherbst- und Wintermonate. Ein paar Strecken könnten dann zwar schon zugeschneit sein, dafür hat man dann die Strecken über Tage für sich alleine.
Fet und Finestres:
Also klapperten wir nach unserem Besuch in Andorra ein paar der sogenannten „pueblos abandonados“ in den Vorpyrenäen ab. Wie beispielsweise Fet und Finestres. Letzterer Ort ist auch lohnenswert wegen der Muralla de Finestres, einer einzigartigen, natürlichen Talsperre. Ein Haus in Finestres ist derzeit wieder illegal bewohnt.
Castarlenas:
Das schönste Geisterdorf war für uns Castarlenas. Das Dorf steht auf einem Plateau. In der Mitte wacht die große Kirchenruine, die noch sehr deutlich zu erkennen und noch nicht vollständig eingestürzt ist. Hier ist schon alles zugewuchert, die Natur nimmt wieder ihren Platz ein. Die Zugänge zur Kirche wurden verschlossen, aber wer sich Mühe gibt, findet kriechend einen Weg ins Innere. Hier gab es am meisten zu sehen und zu entdecken!
Escó und Tiermas und Ruesta:
Die größten Dörfer auf unserer Entdeckungsreise waren Escó, Tiermas und Ruesta. Auch sie fielen indirekt der Yesa-Talsperre zum Opfer. Auch gab es im Tal antike römische Badehäuser mit heißen Quellen, die jetzt aber nur noch bei Niedrigwasser besucht werden können.
Ruesta liegt auf dem Jakobsweg und ist daher etwas touristischer. Die Wege wurden von Sträuchern und Büschen befreit, auch findet sich dort ein kleines Hostel.
Escó war mit etwa 60 Häusern das kleinste Dorf, das sich in Bajo und Alto aufteilte. Auch hatte es Strom, nur Wasser musste mit Krügen transportiert werden. Escó hatte einen Schmied, einen Dorfladen und zwei Kneipen. Allerdings investierten die Einwohner schon sehr früh nichts mehr in ihr Dorf, da es in die Entschädigungszahlungen einfließt. In den frühen 50er Jahren wurden die Ländereien enteignet und das fruchtbare Ackerland, bekannt durch den Anbau von Mangold, Blattkohl, Kartoffeln, Bohnen und Tomaten, geflutet. Die Existenzgrundlage wurde den Anwohnern genommen und so verließen sie die Stadt.
Tiermas: Keine zehn Kilometer von Escó befindet sich das Geisterdorf Tiermas, dessen Geschichte bis ins Jahr 1201 zurückgeht. Bei 145 Behausungen für 700 bis 1200 Einwohner kann man schon fast von einer Kleinstadt sprechen. Tiermas hatte eigentlich alle Annehmlichkeiten: drei Lebensmittelgeschäfte, Bars, Kneipen, Metzger, Mühlen, Friseure und soziale Einrichtungen. Es gab sogar im Tal ein Thermalbad, das im Sommer für Touristen öffnete. Dennoch zogen in den 60ern die Bewohner - entschädigt, aber der Erwerbsgrundlage beraubt - in die umliegenden Städte. Der Letzte starb an Weihnachten 1992. Am östlichsten Ende befindet sich noch ein kleines Örtchen Sigüés mit etwa 70 Einwohnern, 1940 waren es noch über 700. Wahrscheinlich wird dies auch bald zu einem pueblo abandonado. Ich hatte vor Ort das Gefühl, dass man den Staudamm weiter ausbauen möchte, so, dass das Wasser höher steigt, an manchen Stellen reichte das Wasser schon fast bis zur Straße!
La Santa und La Escurquilla
Nahe den Geisterdörfern La Santa und La Escurquilla gibt es zusätzlich einige Dinosaurierspuren zu entdecken. Die Dichte an Dinospuren im Gemeindegebiet Enciso ist ziemlich hoch, es wurden etwa 1400 Spuren gezählt.
Weitere Wegpunkte entlang der Geisterdörfer:
Natürlich richtete sich unsere Aufmerksamkeit nicht nur auf die Geisterdörfer. Auf unserer Strecke lag das Castillo de Loarre - eine Burg, die sich etwa 300 Meter oberhalb des Ortes befindet. Sie gilt als eine der schönsten ganz Spaniens und ist ein geschütztes Baudenkmal. Wir unternahmen ein paar kleine Wanderungen bei Foz de Lumbier und Foz de Arbaiun. Auch zog es uns in die Halbwüsten-artige Landschaft Bardenas Reales. Charakteristisch sind hier die bizarre Landschaft, die zu einem großen Teil aus ockerfarbenem Lehm besteht und die Erdpyramiden. Auf google maps sahen wir viele Fahrspuren und entschieden uns, einen direkten Weg über Schotterpisten zur Erdpyramide Castil de Tierra zu nehmen. Leider endete jede Piste in einer Sackgasse und mit einer Schlammschlacht. Wahrscheinlich lag dies an den starken Regenfällen im Oktober. Viele Wege waren stark unterspült. Nach langem Umherirren entschieden wir uns, die klassische Touristenroute zu nehmen.
Mietwagenrundreise auf Teneriffa & La Gomera
Dezember 2017 von Meiky
Wir entschlossen uns bei unserer ein wöchigen Kanarenreise im März 2017 zwei Inseln zu erkunden und entschieden uns für Teneriffa uns Gomera. Dabei muss man beim Buchen des Mietwagens aber darauf achten, dass man mit dem Fahrzeug auf die jeweilige andere Insel übersetzen darf und dort ebenfalls Versicherungsschutz besteht.
Die Kanaren waren nicht ganz so unser Ding, selbst im März waren für unseren Geschmack zu viele Touris vor Ort - vor allem auf Teneriffa. Wir mögen es doch lieber ruhiger und abgeschiedener.
Wer auf den Kanaren etwas Ruhe sucht sollte die großen Inseln meiden. La Gomera war da genau richtig.